Die Ellwanger Lehen im Raum Gunzenhausen im 14. Jahrhundert 
 
 Gunzenhäuser Lehenträger in den Lehenbüchern A und B 
 
 

Es ist nicht immer ganz leicht, in den Lehenbüchern des 14.Jahrhunderts die in Gunzenhausen lebenden Bürger von den Lehenträgern in Unter- und Oberwurmbach, in Schlungenhof, Sinterlach, In Laubenzedel, Oberasbach und in der gesamten Umgebung von Gunzenhausen zu unterscheiden, denn nur wenn beigefügt ist: "ze Gunzenhausen" oder "gesessen zu Gunzenhausen" kann angenommen werden, dass der erwähnte Lehenträger auch Bürger zu Gunzenhausen war und nicht etwa als Auswärtiger Lehen in der Gunzenhäuser Markung innehatte. Die Namen der im 14. Jahrhundert in Gunzenhausen lebenden, erwähnten Lehenträger sind folgende:

 
 
 
Hainrich Schauchman ze Guntenhusen: 3 Tagwerk Wiesmahd uff der Wurmach, heißt - die Ahnfrauwies - 1 Hopfengarten bei den Siechen - 3 Tagwerk Wiesmahd in der niedern (unteren) Au - 4 ½ Joch Acker bei dem Slumenhof.
 
Hainrich Zipphel: ze Guntzenhusen: Tagwerk Wiesmahd in der Nidern Awe - 1 Garten und 1 Joch Acker.
 
Ullin Bekke: ze Guntzenhusen: 1 Biunde (Beund) 1 ½ Tagwerk gen Wurmbach.
 
Hainrich Vögellin ze Guntzenhusen: 1 Hopfengarten hinter den Siechen ze Guntzenhusen.
 
Sifrid Richenbacher ze Guntzenhusen: 6 Tagwerk Wiesmahd und 8 Joch Acker ze Guntzenhusen.
 
Ulin Reblin, burger ze Guntzenhusen: 3 Joch Acker in dem velde ze Guntzenhusen.
 
Hainrich Schauffer ze Guntzenhusen:  5 Tagwerk Wiesmahd und 2 Joch Acker ze Guntzenhusen.
 
Der Degen ze Guntzenhusen: 1 Biunde (Beund) bei den Siechen und 6 Morgen Acker, der ist anderhalben gelegen in Wurmbacher Feld und die andern in Gunzenhauser Feld.
 
Kungundis Striglerin: 1 Joch Acker bei dem Steig an der Sinterlachen und 1 Tagwerk Wiese bei der Beunde bei dem niedern (unteren) Weg und 2 Tagwerk Wiese auf der Martinswies.
 
Thoman Degen ze Guntzenhusen: die Phaulwies und die Klaffwies 6 ½ Tagwerk - 13 Morgen Acker in Gunzenhauser velde gelegen.
 
Albreht Snegge von Guntzenhusen:  1/2 Tagwerk Wiesmahd und ein Garten.
 
Raben, dictus (genannt) Zollner
de Guntzenhusen:
 hat zu Lehen den dritten Teil des Zehnten in Oberwurmbach.
 
Kunigundis, genannt Striglerin
und ihr Söhnchen Haintzlinus:
 11 Joch Acker, gelegen bei dem Steig an der Sinterlachen - 1 Tagwerk Wiese, gelegen bei der Beunde beim niederen (unteren) Weg - 2 Tagwerk Wiesen, gelegen auf der Martinswies. (Träger: Jochfritz von Schlungenhof).
 
Hans Heintz Gerwer: 2 Joch, genannt des Prunlins Äcker im Wurmbacher Feld.
 
Fritz Rogelin: 1 ½ Tagwerk Wiesen im Ganswerd gelegen.
 
Ulrich Schaller: 2 Joch, gelegen bei dem prucklin gen Wurmach.
 
Engelhart Wolfhart: ein Acker in der Au oberhalb des Galgen gelegen.
 
Albert Zippfel: 1 Tagwerk, die Prennwies genannt, und 2 Tagwerk Wiesen, an den stegen gelegen in Wurmach.
 
Ulrich Widemann,
Trager des Spitals zu Guntzenhusen:
 1Gütleins zu Niederwurmbach gelegen.
 
Chuntz Helt: hat enpfangen 2 Tagwerk an der Lankweid und 2 tagwerk an der brucken zu Guntzenhusen.
 
 
 

Es kostet Mühe, in den Lehenbucheinträgen die im 14. Jahrhundert in Gunzenhausen lebenden Bürger von den Lehenträgern in den umgebenden Orten zu unterscheiden. Von ihrer wirtschaftlichen Betätigung her gesehen, bestand ja damals kein großer Unterschied. Der größte Teil der Gunzenhäuser Einwohner betrieb neben einem Handwerk auch noch eine kleine Landwirtschaft oder einen Handel. Gunzenhausen war in der Zeit des 14. und 15. Jahrhunderts noch eine Ackerbürger-Stadt. Umgekehrt saßen in den umliegenden Dörfern auch viele Leute, die nicht nur von ihrer Landwirtschaft lebten, sondern nebenbei noch ein Handwerk ausübten und in der Gunzenhäuser Gemarkung Äcker und Wiesen vom Kloster Ellwangen zu Lehen trugen. Bisweilen erscheint in den Lehenbüchern die Überschrift eines Abschnittes: Gunzenhausen. Der Inhalt der eingetragenen Lehen bezieht sich dann aber auf ein Grundstück in Unterwurmbach oder Laubenzedel oder Oberasbach. Nach dem Empfinden der Ellwanger Schreiber, die die Beschreibung der Lehen in die Lehenbücher eintrugen, war eben Gunzenhausen der zentrale Ort an der Altmühl und für sie genügte es zu wissen, dass die genannten Lehen nicht in, sondern bei Gunzenhausen lagen. Die Lehen dieser Gunzenhäuser Bürger lagen alle "uff der Wrmach" (am Wurmbacher Bach), "bi den Siechen", "in der niederen (unteren) Au", "bi dem Slummenhof" (Schlungenhof), "gen Wrmach", "da ze Guntzhenhusen", "in Wrmacher Felde", "in dem velde ze Guntzenhusen". Es ist kein Lehen genannt, das in der Gunzenhäuser Gemarkung in Richtung Aha, Unter- oder Oberasbach oder gegen Frickenfelden gelegen wäre.

 
 
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