Zur Geschichte Ober- und Unterwurmbachs
Unterwurmbach im Mittelalter
 
 
 Die Ellwanger Lehen im 16. und 17. Jahrhundert 
 
 

Schon im 14. Jahrhundert erlosch der Stern des hochedlen Hauses der Truhendinger im Raum Heidenheim - Gunzenhausen. Damit blieben auch die territorialen Bemühungen in den Anfängen stecken. An den raschen Niedergang des Edelgeschlechtes der Truhendinger im 14. Jahrhundert scheint auch das Schicksal der Ritterfamilie von Wurmbach gebunden gewesen zu sein. Ihre Mitglieder sanken wie viele ihrer Standesgenossen in jener Zeit in die bürgerlichen Schichten ab, wanderten in die aufblühenden Städte, verarmten oder starben völlig aus. Nachfahren der einstigen truhendingischen Ministerialenfamilie von Wurmbach dürfen wir wohl in dem Ulrich Wurmacher und Hans Wurmacher erkennnen, der um 1370 noch mit einem Viertel des Burgstalles von Ellwangen belehnt war. Die Bezeichnung Burgstall lässt vermuten, dass die alte Truhendinger Burg zu Unterwurmbach schon in einem sehr ruinösen Zustand war. Sie fiel mit dem Wirtschaftsgut, der Mühle und Schenke und den dazugehörigen Höfen wohl in die Lehensoberhoheit von Ellwangen zurück und wurde von der Reichsabtei erneut in Teilen als Lehen ausgegeben. Dadurch drangen auswärtige Bürger und Adelsfamilien als Kräftegruppen in Unter- und Oberwurmbach ein. Im Jahr 1404 wurde ein gewisser Georg Ödenburger mit dem Burgstall, einer Behausung, einer Mühle und einer Schenkstatt belehnt. Diese Lehen waren 1415-1418 der Katharina von Leuzenbrunns Schwester angewiesen gewesen. 1418 kaufte sie ein Gunzenhäuser Bürger mit dem rätselhaften Namen Sifried Bunikein von Görig und Kunz Ödenburger und hinterließ sie 1432 seinem Sohn Hans. Hans Bunikein von Gunzenhausen übergab sie 1459 seinem Schwiegersohn Hermann Kautsch, von dem sie 1463 seine Witwe Barbara Kautsch erbte. Im Jahr 1476 empfing Engelhard von Muhr durch seine Ehefrau Barbara die Lehen zu Niederwurmbach. Er vererbte sie sodann auf seine Söhne Gilg, Jörg und Jobst von Muhr. 1489 erhielt sie Gilg von Muhr allein. 1529 wurde mit diesen Lehensstücken Leonhard von Gundelsheim belehnt. Damit trat jenes weitverzweigte Geschlecht erst verhältnismäßig spät in die Geschichte Unterwurmbachs ein.
Einen Überblick über die verschiedenen Herrschaften, die im Lauf der Jahrhunderte in Ober- und Unterwurmbach eingewurzelt waren, erhalten wir 1624. In Oberwurmbach gehörten zu jener Zeit 13 Häuser nach Ansbach, 4 nach Oettingen, 5 nach Eichstätt. In Unterwurmbach unterstanden 24 Häuser den Gundelsheimern, 20 den Markgrafen von Ansbach, 4 den Herren von Lentersheim, 2 dem Deutschen Orden in Ellingen, 1 dem Freiherrn von Eyb, 1 Edelsitz den Herren von Gundelsheim. 1648 fielen nach dem Absterben der Gundelsheimer die Lehen an die Fürstpropstei Ellwangen zurück. 1669 wurden die ellwangischen Güter mit allen Rechten um 200 Gulden vom Markgrafen gekauft. Im gleichen Jahr erwarb der Markgraf auch die Eybschen Untertanen. 1775 ging der Besitz der Oettinger an Ansbach. Damit gelangten alle Güter und Rechte in Unter- und Oberwurmbach in die Hand der Markgrafen, die dort ihre volle Landeshoheit ausbauen konnten.

 
 
 
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