Zur Geschichte Ober- und Unterwurmbachs
Unterwurmbach im Mittelalter
 
 
 Otto und Ulrich von Wurmbach 
 
 

Dieses Streben der Edlen von Truhendingen, auf ellwangischem Kirchengut an der Altmühlfurt ihre Herrschaft zu festigen, ist deutlich erkennbar in der Gründung der Stadt Gunzenhausen, aber auch in dem Auftreten einer Ritterfamilie, die sich nach dem Ort Wurmbach nannte. Bei der Aufhellung der Geschichte dieser Familie dürfen wir freilich keine allzu hohen Erwartungen hegen. Nur wenige Urkunden geben uns Kunde über dieses Geschlecht. Meist müssen wir uns mit der Nennung der Namen in der Zeugenreihe der Urkunden begnügen, eine wahrhaft dürftige Überlieferung, die uns auf die eigentlichen Schicksale der Familie so gut wie keine Ausblicke gestattet.
Die bisher bekannte früheste Nachricht über eine ritterliche Familie von Unterwurmbach führt uns in das 13. Jahrhundert zurück. Am 16. März 1271 bekundet Friedrich von Truhendingen zustimmend, dass sein Getreuer Ulrich von Wurmbach dem Zisterzienserinnenkloster Zimmern im Ries einen Hof in Erningen (Kleinerdlingen oder Ehingen?) bei Nördlingen verkauft hat. Die Tatsache, dass Friedrich von Truhendingen seine Zustimmung zu diesem Rechtsgeschäft erteilen muss und dass Ulrich von Wurmbach als sein Getreuer bezeichnet wird, bezeugt die Zugehörigkeit der Wurmbach Ritter zur Standesklasse der Truhendinger Ministerialen. Elf Jahre später erscheint ein Ulrich de Wurmach in der langen Zeugenreihe einer Urkunde des Grafen Friedrich von Truhendingen. Er führt die Standesbezeichnung Ritter. In Otto von Wurmbach begegnet uns 1276 und 1278 ein weiterer urkundlich bezeugter Vertreter dieser Familie. In welchem Verwandtschaftsverhältnis die beiden standen, lässt sich nicht mehr feststellen. Die übrigen Angehörigen dieses Geschlechtes sind verhüllt vom grauen Schleier der Vergangenheit. Die Wurzeln dieser Familie liegen in der Unfreiheit. Als Eigenleute der Herren von Truhendingen bestand ihre ursprüngliche Aufgabe in der kriegerischen Dienstleistung. Sie begleiteten als reisige Knechte ihre adeligen Herren auf Heerfahrten. Die kriegerische Tüchtigkeit der Glieder dieser Familie hob sie bald aus der Masse der übrigen Eigenleute und der Untertanen bäuerlichen Standes empor. Seit dem 12. Jahrhundert, als die Herren von Truhendingen ihren Besitz und ihre Herrschaft über Kirchengut nachweisbar um Burgen konzentrierten, ergaben sich neue Aufgaben in der Verwendung als Kommandanten der Burgbesatzungen. Sie wurden mir der Burgwart und Burghut betraut. Bald aber verbanden sich mir der ursprünglich rein militärischen Dienstleistung der Burgkommandanten auch richterliche und Verwaltungsaufgaben.

 
 
 
Fortsetzung