Flurnamen in Hohentrüdingen 
 
 
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  Dietwiese
Die Dietwiese lag zwischen den zwei Staatswaldungen Klaskopf im Osten und der Stockach im Westen in einem nicht gerade für eine Wiese günstigen, schluchtenartigen Tal. Sie ist heute wieder von Wald bestanden und wurde aus privater Hand vom Staat erworben. An der Dietwiese fließt ein Wässerlein vorbei, das aus dem Sumpfenloh kommt und ziemlich schnell zum Arlesgraben hinabzieht. Eigentlich müsste sie wohl Dieswiese heißen, denn sie hat ihren Namen sicherlich von dem mittelhochdeutschen Tätigkeitswort diezen, das "laut schallen, rauschen" bedeutet. In der Waldesstille musste das Rauschen des Bächleins den Menschen, die hierher kamen, aufgefallen sein. Dietwiese ist wohl eine Zusammenziehung aus Dietbachwiese, wobei im Sprachgebrauch das Mittelstück -bach ausgefallen ist. Als Dietbäche wurden tosende, rauschende Bäche benannt. Dietwiese ist also die Wiese am Dietbach, am tosenden, rauschenden Bach, auch wenn man hier nicht gleich an einen wilden Gebirgsbach denken darf.

Doldersberg
So nannte man einst den steilen Gangsteig, der zwischen den Anwesen mit den Hausnamen Beck und Pressel von der Dorfstraße unterhalb des Turmes hinunter führte in den Grund am Hölzlein (nicht zu verwechseln mit dem Hölzlein an der Hölzleinsquelle). Vor der Errichtung der Kanalisation schoss bei Platzregen das Wasser den Doldersberg hinab und wusch in Laufe der Zeit eine schluchtenartige Rinne in den Eisensandstein. Da der Gangsteig wegen seines Steilabfalles nur von den Leuten jüngeren und mittleren Alters benutzt wurde, bildete sich über der Schlucht ein dichtes Gebüsch von allerlei Gehölzen, worunter der Holunder (Holler) den ersten Rang einnahm. Davon erhielt der Doldersberg seinen Namen, denn nach dem bekannten Flurnamenforscher Walter Keinath bedeutet das Wort Dolder (nicht Holder!) im Schwäbischen "Blütenstand, Baumgipfel und Gebüsch aller Art". Dolder wurde oft mit Holder verwechselt. Heute ist nach der Kanalisation der Gangsteig mit dem seltsamen Namen Doldersberg verschwunden.
 
 
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