Flurnamen in Hohentrüdingen 
 
 
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  Maetzenloh, Pl. Nr. 1448-1456,
1329: der Maetzenloch bi der Rormül (Balsenmühle) Gemarkung Heidenheim
Unterhalb des Rohrbucks bei der Balsenmühle zieht sich an der Straße nach Heidenheim ein Hang hin, der früher einmal den Namen Maetzenloch führte. Er wird schon 1329 anläßlich der Teilung der Burg Hohentrüdingen genannt. Das Kloster Heidenheim besaß um 1400 Tagwerk Wiesen "in den Lüßen unter dem Matzenloch", die 2 Gras trugen, also Heu und Grummet. Bei dem Namen Maetzenloch wird man nicht an ein Loch im Erdboden, sondern an einen Lohwald denken müssen, der als Niederwald bewirtschaftet wurde. In der Flurnamenforschung ist oft das mittelhochdeutsche sächliche Wort loch = Höhle, Loch, von dem männlichen Wort loch, lo = Gebüsch, Wald, Gehölz schwer zu unterscheiden. Im Falle Maetzenloch ist sicherlich an einen lichten Weidewald zu denken. Das Bestimmungswort Maetze erinnert vielleicht an ein Binsen- oder Strohgeflecht. Nicht ausgeschlossen darf bei der Deutung des Namens Maetzenloch die abschätzige Beurteilung dieses Gehölzes werden. Der Bauer gebraucht oft kräftige verächtliche Worte, wenn er ein schlechtes Grundstück nach seinem Wert beurteilt. Da ist bald von einem Hundsloch, von einem Schinderhengst (Hainsfarth), von einem Scheißwinkel, oder von einer Arschkerbe die Rede. Leichtfertige Mädchen wurden im Mittelalter von der bürgerlichen Gesellschaft auch als Metze bezeichnet, was etwa Hure bedeutet. Die Menschen haben diese Schelte, wenn sie in Zorn gerieten, auch auf Tiere und Flurstücke übertragen. Eine Kuh, die beim Melken plötzlich die Magd mit dem Schwanz in die Augen schlug, veranlasste bei dieser nicht selten den spontanen Fluch: Du Matz, du elenda! Frauenspersonen, die in Verruf geraten waren, wurden ebenfalls mit diesem Scheltwort bedacht. Der Maetzenloch war sicherlich kein wertvoller Wald, womöglich mit Schwarzdorn und wilden Rosen und anderem Dornengesträuch durchsetzt. Da konnte es durchaus sein, dass er mit dem Scheltwort Maetzenloch benannt wurde.

Meierholz im Bühl, genannt des Häbauern Holz Pl. Nr. 203,204
In Hohentrüdingen wird in alten Schriften niemals ein Meierhof erwähnt. Während in den großen umliegenden Orten Heidenheim, Hechlingen, Hüssingen oder in Westheim und Ostheim einem führenden Meierhof mehrere dienende Bauernhöfe, sogenannte Huben, in einem Fronhofsverband untergeordnet waren, schweigen in Hohentrüdingen die Quellen über eine derartige Organisation des Grundbesitzes. Warum? Das hat seinen Grund darin, daß der gesamte Grund und Boden in dem Ort nur einem einzigen Grundherrn gehörte: den Edlen von Truhendingen. Sie gründeten im Anschluss an ihre Adelsburg einen Großhof, der von ihnen selbst in Eigenbau mit landlosen Knechten und Mägden bewirtschaftet wurde. Land an selbständig wirtschaftende Bauern unter Führung eines Meierhofes war anfangs nicht ausgegeben worden. Warum dann der Flurname "Meierholz im Bühl?" Der Name ist aus der alten Bezeichnung Meierbruck entstanden und müsste eigentlich in der langen Form Meierbruckholz lauten. Was aber ist unter dem Begriff "Meierbruck" zu verstehen? Meierbruck, so wurde im 12. Jahrhundert der heutige Hähof südlich von Westheim genannt. Zu den Ausstattungsgütern des Klosters Auhausen gehörte nach einer Papsturkunde aus dem Jahre 1157 ein Ort namens Mariprucki. Die Urkunde wurde in Rom ausgestellt. Im Deutschen wurde daraus Meierbruck. Hähof und Pfeifhof bildeten zusammen einmal einen Großhof unter der Bezeichnung Meierbruck. Dort musste eine Brücke über einen Bach geführt haben, der in der Hohentrüdinger Gemarkung in der sogenannten Mutzenhöll entspringt und den Namen Arlesgraben führt. Der Großhof Meierbruck wurde wohl schon in der Karolingerzeit (8. Jahrhundert) auf dem fruchtbaren, seit der Römerzeit bebauten Grund und Boden vor dem Eingang in das Ries gegründet. Irgendwann einmal im hohen Mittelalter muss der alte Großhof Meierbruck geteilt worden sein. Die eine Hälfte, der heutige Pfeifhof, gelangte an das Kloster Auhausen, der andere, der Hähof, an das Kloster Heidenheim. Die alte Bezeichnung Meierbruck blieb aber lange Zeit nur an dem Hähof hängen, während der Pfeifhof nach einem widerspenstigen leibeigenen Bauern namens Hans Pfeufer benannt ist, der ohne Weglos und mit Schulden belastet vom Hofe zog. Die volkstümliche Meinung, der Pfeifhof sei einmal um eine Tabakspfeife und der Heuhof um eine Fuhre Heu verschenkt worden, entbehrt jeder geschichtlichen Grundlage. Der Hähof, lange noch in den Heidenheimer geschriebenen Büchern als Meierbruck bezeichnet, ist wohl nach der Heerstraße, der alten Römerstraße, benannt, die an ihm vorüberzog. Aus Heerstraßenhof wurde die Kurzform Heerhof - Hähof, schließlich vermengt zu Heuhof. Beide Höfe liegen in einer altbesiedelten Gegend, "im Tal" genannt, wo es nur wenig Holz gab. Holz war aber zum Zäunen, Bauen und Heizen eine Lebensnotwendigkeit für einen Bauernhof. Darum stattete die damalige Herrschaft den Hof Meierbruck mit einem Holz aus dem Wald um Hohentrüdingen aus, das Meierbruckholz, verkürzt zu Meierholz oder des Häbauernholz genannt wurde.

Meyers Kreut, siehe unter Greut- Namen

Mittleres Greut, siehe unter Greut- Namen

Mutzenhöll, mundartlich Mutzehöll Pl. Nr. 493,495,496
So wird die schluchtenartige, größtenteils bewaldete Vertiefung am Weg nach Hechlingen zwischen dem Römergrund und dem Stonia (Steinicht) genannt. Der Name Mutzenhöll lässt sich in alten Schriften nicht nachweisen, was aber nicht bedeutet, daß er kein hohes Alter haben kann. Der erste Namenteil Mutzen- ist wohl aus dem mittelhochdeutschen sächlichen Hauptwort das mot entstanden, das "Moder, Schlamm, Sumpf" bedeutet. Der zweite Namenteil, das Grundwort Hölle, findet sich öfters im heimischen Flurnamengut. Die tiefreligiöse, volkstümliche Denkweise unserer Ahnen veranlasste sie, tiefe, finstere Schluchten mit der Hölle zu vergleichen. Mutzenhöll bezeichnet demnach eine sumpfige Vertiefung im Boden, die in der Vorstellung unserer Ahnen an die Hölle erinnert. Die sachliche Wirklichkeit passt hier gut mit dem Namen überein. Bei der Mutzenhöll handelt es sich um eine sumpfige Waldschlucht. In ihr tritt ein Brünnlein zutage, das nach Süden am Rande der Flurabteilung Kleinhausen zum Hagenbuch unter dem Namen Adlersgraben hinabströmt, über Roßmeiersdorf und Pagenhard (Mühle) das Gebiet der Talleute durchfließt und in die Wörnitz mündet.

 
 
 
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