Heidenheim von A - Z 
 
 Brauereien in Heidenheim 
 
 
in der Brauhausgaststätte Die frühesten Braustätten mit über den Eigenbedarf hinausgehenden Einrichtungen und entsprechendem größeren Ausstoß entstanden zuerst in den Klöstern. Jedoch in Heidenheim ist von einer Klosterbrauerei um 1400 nichts zu vernehmen. Als Hauptgetränk im Kloster und im Markt stand noch der Wein in der Zeit um 1400 an erster Stelle. Er wurde auf den Märkten gehandelt. Vom Bier ist damals noch selten die Rede. Gerste scheint wenig angebaut worden zu sein. In den Entlohnungslisten um 1400 für die weltlichen Bediensteten im Kloster erscheinen vor allem Hafer, lauteres Korn (Roggen), Dinkel, Erbsen, sehr selten jedoch Gerste. Sie wurde wohl in das Brotgetreide gemengt und kaum zum Hausbrauen von Bier verwendet. Dem Klostertorwart wurde jedoch 1430 schon "über den andern Tag ein Seydlein pirs" verabreicht: "vnd was man Pir hot, so gyb ich ym vb (über) den andern Tag ein Seydlein pirs vnd in der vasten (Fastenzeit) alltag ein Seydlein pirs".
Das Bier bezog der Abt in diesen Jahren aber nicht aus einer klostereigenen Brauerei, sondern von Hans Ottinger von Weißenburg. Der hohe geistliche Herr bezahlte allerdings nicht in Geld. Er verlieh dafür dem Bierlieferanten aus Weißenburg die Getreideabgaben aus dem Netzenhof und aus den klostereigenen Höfen zu Kattenhochstatt. Dort hatte das Kloster Heidenheim Höfe in Besitz, die Getreideabgaben zu erbringen hatten. Der Abt verlieh sie gegen Bierlieferungen an den Ottinger. Um 1500 scheint aber im Kloster Heidenheim selbst Bier gebraut worden zu sein. 1535 wird "des Klosters Hopfengarten" erwähnt. Doch scheint das nur ein zögernder Anfang gewesen zu sein. Nach wie vor bevorzugte man als vornehmes Getränk den Wein. Im Salbuch 1535 ist auch das Ungelt in Heidenheim aufgeführt, eine Art Verbrauchssteuer, die dem Kloster zustand: "Item zu Heidenheim ist mit Alter Herkommen, wenn einer Wein einlegt oder ausschenkt, dass er ein Viertel Weins vom Fuder zum "Umbgelt" geben muss, das gehört dem Kloster zu" (1). Hier ist nur vom Wein die Rede, nicht vom Bier. Es scheint, dass in Heidenheim um diese Zeit noch keine Gaststätte mit Brauhaus bestand, von der öffentlich Bier ausgeschenkt wurde. Doch finden wir in dem gleichen Salbuch aus dem Jahre 1535 auch Einträge, die auf ein Brauwesen in Heidenheim hinweisen. So z.B.: "Georg Eberhart, nunmehr Johann Paul Jung, Kastner, gibt 2 ½ Schilling Zins Viti (am St. Veitstag) und 25 Denar Dienstgeld und eine Fastnachthenne von seinem Haus, Stadel und Stallung, samt einem Garten hinten dran, zwischen der Kirchen und der Veiten prew (Bräu) gelegen" (2). Seite 48 steht geschrieben: " Hans Schneider (gibt) 25 Denar Dienstgeld Michaelis und 1 Fastnachthenne von seinem Haus, Stadel und Hofrait zwischen Hansen Edelmann und Claus pirschpeihels Witbe gelegen. Item und gibt in der preuin Witfrau Lehen auch 3 Pfund Zins und 1 Fastnachthenne" (3). Der Name pirszpeihel lässt sich schon 1430 in Heidenheim nachweisen. Ob er freilich mit dem Bier in Verbindung gebracht werden darf, kann nur Vermutung bleiben. Jedenfalls könnte die Bezeichnung "bei der preuin Witfrau Lehen" auf eine Braustätte um 1535 hinweisen, auf der dann 1650 ein Georg Megersheimer sitzt und die das "Bierbrauerlehen" genannt wird (4). Es muss zwischen der Kirche und der "Veiten prew" (Bräu) gelegen haben, wohl am Marktplatz. Dort kehrten die Marktbesucher ein. 1666 wird das Bierbräuerlehen wieder erwähnt: "Georg Megersheimer, zuvor Wolf Wagner, gibt vom 3/4 Lehen, das Bierbräuerlehen genannt, jährlich 6 Kreuzer Walburgiszins".1666 wird ein weiterer Bierbräuer erwähnt: "Georg Köderer, Ratsbürger und Bierpreuer, gibt von denen mit Nr. 17 und 18 bemerkten zweien Klosterlehen, worin 5 ½ Tagwerk zwei- und einmähdige Wiesen, 20 Morgen Äcker und 2 Neubrüch gehörig zu Fällen das Kauf-Handlohn dann jährlich 1 Gulden 20 Kreuzer, vor 2 Hennen 20 Kreuzer, Getreid 1 Gulden 40 Kreuzer, Dinkel 10 Metzen , Hafer 10 Metzen". Über die Wirtshäuser und Brauereien im 18 und 19. Jahrhundert muss an anderer Stelle berichtet werden.
 
 
  Anmerkungen

  1. St. A. Nürnberg Rep. 122, Nr. 59, S. 45
  2. A.a.O. S. 55.
  3. St. A. Nürnberg Rep. 122, Nr. 59, S. 48
  4. St. A. Nürnberg Rep. 120, Nr. 36, S. 10.
 
 
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