Heidenheim von A - Z 
 
 Der Bach 
 
 
Die Ursiedlung Heidenheim lag nicht unmittelbar an der Rohrach, sondern in einem Seitental östlich davon unterhalb des Schafberges. Diese Nische wurde in unendlich langen Zeiträumen von einem Gewässer ausgespült, das am Sammenheimer Berg seinen Anfang nimmt, herabzieht zur Furt bei der Metzgerei Birklein, durch den ehemaligen Siedelhof des Klosters zur Gießbrücke fließt, dort den heute verschwundenen Klosterweiher speiste und das Rad der Klostermühle bewegte. Verstärkung erhielt der Bach durch zahlreiche laufende Brunnen, durch die so genannten Heidenquellen und den Götzengraben, genannt nach seinem Besitzer Götz in der Steingrube. Von der Klostermühle ab zieht der Bach zur ehemaligen Hochrädleinsmühle, vorbei an verschwundenen Gerberhäusern zur Gallenmühle, um sich unterhalb dieser Mühle in die Rohrach zu ergießen. Ein spezieller Name für dieses Gewässer ließ sich in alten Schriften nicht finden, man sprach immer nur allgemein vom "Bach". So steht im Salbuch des Klosters geschrieben:
"Item des alten Ulmanns Hofstatt unten an dem pach (gibt) 4 Schilling Haller Viti (am Veitstag = 15. Juni) und 1 Fastnachthenne. Item Ullen Lachentag (gibt) von des Pucken Hofstatt unten am pach 4 Schilling Haller und 1 Fastnachthenne".
Heute ist der Bach zum Teil verrohrt, zum Teil noch offen. Dieser Bach bedeutete einst Leben für den klösterlichen und eichstättischen Bereich des Ortes Heidenheim. Nur noch wenige Menschen können heute nachempfinden, was so ein Bach für einen Ort bedeutete. Das Vieh des Bauhofes im Kloster, sowie des eichstättischen Meierhofes konnte aus ihm getränkt werden. Frauen wuschen früher ihre Wäsche mit Asche am Bach. Drei Mühlen hatten sich an ihm niedergelassen: die Klostermühle, die Hochrädleinsmühle (gegenüber der heutigen Raiffeisenbank) und die Gallenmühle. Eine Gerberei scheint dort schon 1395 bestanden zu haben, denn 1395 lesen wir: "Item Ulmann (gibt) von des Fritzen Gerbers Haus an dem Bach 123 Schilling Haller und 1 Schilling zur Weisat". Die Gerber brauchten Wasser zum Reinigen der übel riechenden Felle. Auf die Gerber weist auch der Name Ledergasse für die jetzige Hechlinger Straße hin. Das Viertel des Marktes an dieser Straße hieß seit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) "Ledergassenviertel". Im ausgehenden Mittelalter sprach man einfach nur "vom Bach".
 
 
Fortsetzung